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Fehlsignale sind häufig die besten Signale

Betrachtung der aktuellen Situation an den Finanzmärkten

Mit charttechnischen Signalen ist es so eine Sache. Eigentlich steht in allen Büchern zur Technischen Analyse geschrieben, wie man anhand von einfachen Formationen wie beispielsweise Flaggen, Wimpeln oder Dreiecken Trades zeitlich abstimmen sollte. Mögliche Kaufmuster, gepaart mit der passenden Stopp-Empfehlung, sind recht einfach in der trivialen Literatur der Finanzmärkte zu finden.

So gut viele der Muster auch funktionieren – oft werden Anleger und Trader auch von Fehlsignalen in die Irre geführt. Wussten Sie beispielsweise, dass mehr als 50 Prozent aller Ausbrüche aus Formationen einen Pullback machen und durchschnittlich ein Drittel dieser sogenannten Breakouts Fehlsignale sind?

Viele Profis haben längst erkannt, dass sich aus solchen Fehlsignalen auch fantastische Trading-Strategien entwickeln lassen. Denn hier gilt die gute alte Weisheit:

Fehlausbrüche sind häufig Signale für starke Bewegungen in die Gegenrichtung.

Wenn es also beispielsweise in einem Dreieck zu einem Ausbruch nach oben kommt, der Aufwärtsimpuls nach dem Bruch aber abebbt und keine neuen Käufer anlockt, dann wittern hier die Bären meist rasch ihre Chance und versuchen so schnell wie  möglich den jeweiligen Titel in die Gegenrichtung zu drücken.

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Dies gelingt oft durch Leerverkäufe in dem Wertpapier, die nahezu auf alle handelbaren Finanzprodukte möglich sind. Dabei kann es sich um Leerverkäufe  der eigentlichen Aktie, aber auch um solche mithilfe von Optionen, Zertifikaten oder CFDs handeln. Darum ist auch das Volumen bei Ausbrüchen so wichtig, denn je höher das Volumen, desto geringer die Chance, dass Bären hier die Möglichkeit auf gute Shorts wittern. Die Käuferschicht ist dann einfach zu breit.

Ein Broker, der unter anderem Leerverkäufe auf  die oben genannten Produktgruppen anbietet, ist LYNX (www.lynxbroker.de).

Natürlich funktioniert dies auch umgekehrt bei Brüchen nach unten. Nehmen wir einmal an, dass sich bei einem Titel über ein Jahr lang eine wichtige Unterstützung gebildet hat. Jetzt wird diese während des Tages nach unten durchbrochen. Nachdem diese Unterstützung für alle Anleger offensichtlich war, haben viele ihre Stop-Loss-Aufträge unter diese Marke platziert. So kommt es dann des Öfteren zu schnellen, scharfen Abwärtsbewegungen. Wenn aber zu wenige Verkäufer vorhanden sind und der Verkaufsdruck nachlässt, nutzen einige Bullen bereits die günstigen Kurse, um hier einzusteigen. Wenn dann noch das Niveau der alten Unterstützung wieder zurückerobert wird, liegt oftmals ein Fehlsignal vor. Während viele Anleger dann zuschauen und sich ärgern, wie schnell der Kurs wieder nach oben schnellt, haben einige Trader schon längst das Fehlsignal erkannt und nutzen es, um verstärkt zu kaufen.

Hier ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit:

Sehen wir uns die jüngste Entwicklung im S&P 500 an. Der Jahreshöchststand lag bis zum 03.07.2014 bei 1.985 Punkten. Dieser wurde am 23.07.2014 kurzfristig gebrochen, doch bereits am 25.07.2014 schloss der Index wieder darunter und zeigte damit ein klares Fehlsignal. In den folgenden Handelstagen kam es am Markt zu einer doch recht deutlichen Korrektur von rund 80 Punkten.

In dieser Korrektur des Index bildete sich ein klar definierter Abwärtstrend, welcher in einer negativen Übertreibung sogar nach unten gebrochen wurde. Die breite Masse der Anleger hat hier wohl das Handtuch geschmissen und sich endgültig von einigen Titeln im Portfolio getrennt. Was aber dann kam, war wieder ein Fehlsignal. Die Kurse kehrten rasch wieder in den alten Trendkanal zurück, um in der Folge sogar aus selbigem nach oben auszubrechen. Somit war die Korrektur offiziell beendet und es kam in den folgenden Tagen zu einem massiven Anstieg der Märkte (in diesem Beispiel stieg der Index bis zum 05.09.2014 um mehr als 100 Punkte an).

Alleine in diesem Beispiel finden wir zwei Fehlsignale, welche anschließend zu starken Impulsen in die Gegenrichtung geführt haben.

Für Trader und aktive Anleger ist es natürlich kein Muss, sich auf Fehlausbrüche als Trading-Signale zu spezialisieren. Aufgrund der doch deutlichen Bewegungen in die Gegenrichtung ist es allerdings sehr wichtig zu verstehen, weshalb solche starken Richtungsänderungen überhaupt möglich sind und was sie indiziert. Dann kann man diese Wendepunkte in Zukunft schneller erkennen und richtig darauf reagieren.

Klaus Schulz, Niederlassungsleiter LYNX

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