So schnell kann sich die Börsenstimmung drehen: Noch auf Jahressicht von deutlichen Verlusten gezeichnet, meldete sich SAP (ISIN: DE0007164600) in der 31. Kalenderwoche eindrucksvoll zurück. Mit einem Wochenplus von 12,47 Prozent ließ der Softwarekonzern aus Walldorf sämtliche anderen DAX-Mitglieder hinter sich – und erinnerte Anleger daran, dass abgeschriebene Favoriten manchmal besonders schwungvoll zurückkehren.
Eine Woche wie ein Befreiungsschlag
Am Freitag ging die SAP-Aktie bei 157,58 Euro aus dem Handel. Den höchsten Stand der Woche hatte sie bereits am Mittwoch erreicht, als auf Xetra 163,30 Euro aufgerufen wurden. Nach Monaten, in denen der Kurs eher für Stirnrunzeln als für Feierlaune sorgte, wirkte die Rally wie ein kräftiger Weckruf: Die Käufer sind wieder da.
Das Comeback hat eine Vorgeschichte
Ganz aus der Verlustzone ist die Aktie damit allerdings noch nicht gefahren. Seit Jahresbeginn steht weiterhin ein Minus von rund 24 Prozent zu Buche. Wer den Blick weiter zurück richtet, sieht jedoch ein freundlicheres Bild: Über drei Jahre gerechnet ergibt sich ein Kursgewinn von etwa 27 Prozent. SAP liefert damit ein Lehrstück darüber, wie unterschiedlich eine Aktie aussehen kann – je nachdem, welchen Ausschnitt des Kurscharts man betrachtet.
Analysten sehen noch Luft nach oben
Zusätzlichen Rückenwind liefern die Kursziele großer Analysehäuser. Goldman Sachs nennt 215 Euro, Jefferies 210 Euro. Ausgehend vom Freitagskurs entspräche das rechnerisch einem Potenzial von rund 36 beziehungsweise 33 Prozent. Die Richtung der Einschätzungen ist überwiegend positiv – doch Kursziele sind keine Fahrpläne. Sie beruhen auf Annahmen, die sich mit Geschäftsentwicklung, Konjunktur und Marktstimmung jederzeit verändern können.