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Deflation? Inflation? Währungsschnitt?

Geraten Sie auch in Panik, wenn Sie jetzt immer öfters von einem drohenden Währungsschnitt hören, mit dem der Geldüberhang irgendwann gekappt wird - wie schon 1923 und 1948?

Bei der Währungsreform 1948 sind 97 Prozent der Guthaben verpufft und die Schulden der Bürger hatten nur noch eine Wertigkeit von 10 Prozent!

Heute ist die Erinnerung an diese Katastrophenjahre, in denen die Hyperinflation mit der Geldund damit Schuldenentwertung endete, noch immer sehr lebendig! Doch der Reihe nach:


Wir schreiben das Jahr 1923, Juli. Die Berliner Tageszeitung meldet: In New York kostet ein Dollar eine Million Mark! Die Monate der Hyperinflation beginnen. Immer schneller verzehnfacht sich die Abwertung gegenüber dem Dollar, bis schließlich im November 1923 der Kurs für 1 Dollar 4,2 Billionen Mark entspricht!

Im Oktober 1923 kostet z. B. 1 Liter Milch 200 Millionen und 1 Pfund Brot 670 Millionen Papiermark (Goldmark)! In Wahrheit stiegen aber nicht die Preise, sondern das Geld wurde immer wertloser, weil die Zentralbanken immer mehr davon druckten.

Es kam, wie es kommen musste: Die deutsche Wirtschaft brach zusammen. Die Arbeitslosigkeit stieg, die Löhne fielen ins Bodenlose. Ein wesentlicher Teil der Mittelschicht – gewohnt ihr Leben ohne Hilfe des Staates zu gestalten – fand sich in Armut wieder.

Aber es gab auch Inflationsgewinner! So wurden die Immobilienbesitzer in der Inflation praktisch vollständig entschuldet, während gleichzeitig die Immobilien den Wert beibehielten. Aber auch sie kamen nicht ungeschoren davon, denn der Gesetzgeber schöpfte diese Inflationsgewinne von 1924 bis 1943 über die Hauszinssteuer (Gebäudeentschuldungssteuer) ab.

Währungstechnisch wurde die Hyperinflation mit der Währungsreform im November 1923 durch die Einführung der Rentenmark (spätere Reichsmark) gestoppt. Die wirtschaftlichen Verhältnisse stabilisierten sich im Laufe des Jahres 1924 – in ihrer Folge auch die politischen.

Wachsende Teile der Bevölkerung konnten in diesem Staat jedoch nichts Verteidigenswertes mehr erblicken, insbesondere als mit der Weltwirtschaftskrise ab 1929 ihre soziale Lage wie zuvor in den Jahren 1922 und 1923 wieder katastrophal wurde. Politische Extremisten erhielten verstärkt Zulauf. 1934 kamen die Nationalsozialisten an die Macht. Das Ergebnis ist bekannt!

Was kommt auf uns zu in 2012? Deflation? Inflation? Währungsschnitt?


Die Deflation kündigt sich meistens dadurch an, dass

  • Aktienkurse und Immobilienpreise fallen
  • Verbraucherpreise sinken (Butter so billig wie nach dem Krieg), Produzenten, Händler und Dienstleister weniger verdienen und sich Kredite nicht mehr leisten können
  • Zinsen sinken. Mit 1,0 Prozent der EZB fällt das Zinsniveau auf das niedrigste in der Geschichte der europäischen Währungsunion seit der Gründung 1999
  • Unternehmen massenweise Mitarbeiter entlassen
  • Unternehmen in großer Zahl in die Insolvenz gehen
  • Kaufkraft und Nachfrage nach Rohstoffen und Investitionsgütern

sinken, und damit auch die Preise

Eine solche Abwärtsspirale kennzeichnete die Weltwirtschaftskrise ab 1929, als die Preise um fast ein Viertel zurück gingen!

Japan hat sich trotz Finanzspritzen, Zinssenkungen und Lohnverzicht bis heute nicht von der Deflation Anfang der 90er-Jahre als Folge der dort geplatzten Immobilienblase erholt!

Zu einer Inflation können leicht die hunderte von milliardenschweren staatlichen Rettungspakete führen. Dann steigen die Preise, statt zu sinken und die Ersparnisse werden entwertet.

Das Problem staatlicher Rettungspakete ist: Wie kommt der Staat von seinen hohen Schulden wieder runter? Sparen? Die Summen, die zur Debatte stehen, sind für eine erfolgreiche Rettung viel zu gewaltig. Einfacher ist es, neues Geld zu drucken! Das neue Geld löst zwar eine Inflation aus, aber wenn das Geld weniger wert ist, werden auch die riesigen Schulden entwertet.

Deflation, Inflation, Währungsschnitt – die Auswirkungen sind in voller Konsequenz noch gar nicht abzusehen!

Edwin E. Braatz, Directresponse-Texter
www.mailingpower.net
20.01.2012
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