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Geht die Kurs-Rallye bei der Heidelberger Druckmaschinen AG weiter?

Interview mit dem RuMaS-Redaktionsmitglied und früheren Druckereimanager Claus-Peter Bohlmann

RuMaS-Redaktion
Herr Bohlmann, Sie waren über 20 Jahre erfolgreicher Geschäftsführer einer Druckerei, sind Kenner im Druckmaschinenmarkt und befassen sich seit vielen Jahren mit der Börse. Wie sehen Sie die Entwicklung bei der Heidelberger Druckmaschinen AG?

Claus-Peter Bohlmann
Der angeschlagene Druckmaschinenbauer Heidelberger Druckmaschinen schreibt seit Jahren rote Zahlen und arbeitet noch immer an einem tragfähigen Sanierungskonzept. Die Zahlen haben sich zwar in den letzten Jahren durch die Sparmaßnahmen etwas verbessert, aber die Eigenkapitalquote hat enorm gelitten. Bei einem Kursgewinn von etwa 200 Prozent in 12 Monaten sind aber nach meiner Meinung alle positiven Merkmale bereits überproportional eingepreist.

RuMaS-Redaktion
Wie sehen Sie die aktuelle Kursentwicklung und die Chancen für die Zukunft?

Claus-Peter Bohlmann
Wie bereits erwähnt, waren die Kursgewinne aus meiner Sicht – besonders in den letzten Tagen – überzogen. Ich teile nicht die Auffassung der Mehrzahl der Analysten, dass Heidelberger Druckmaschinen heute noch ein Kauf ist.

RuMaS-Redaktion
Wie sehen Sie die Entwicklung im Druckereimaschinenmarkt für die Heidelberger Druckmaschinen AG?

Claus-Peter Bohlmann
Heidelberger Druckmaschinen als Bogenoffsetmaschinen genießen weltweit einen ausgezeichneten Ruf. Die Nachfrage nach großformatigen Bogenoffsetmaschinen hat sich weltweit wieder etwas verbessert. Ein großes Problem ist in diesem Zusammenhang allerdings die Abwertung einiger Währungen im Vergleich zum Euro und die wirtschaftliche Schwäche vieler Länder. Heidelberger Druckmaschinen hat sich zu spät auf die Entwicklung im Digitaldruck eingestellt und hat es bei der harten Konkurrenz in diesem Marktsegment sehr schwer. Außerdem hat man sich mit einer Vielzahl von Randaktivitäten befasst, die nichts (oder wenig) mit dem Kerngeschäft zu tun haben. Die Zukunft wird die Kombination von mehreren Druckverfahren in einer Maschine – auch die Kombination von Rolle auf Bogen - sein, die man wesentlich effektiver und konsequenter hätte verfolgen sollen.

RuMaS-Redaktion
Was sagt uns das jetzt für den Aktienkurs und die Chancen?

Claus-Peter Bohlmann
Ich sehe die Rückschlaggefahr bei Heidelberger Druckmaschinen im Moment sehr hoch; mindestens höher, als die Chance auf weitere wesentliche Kursgewinne. Langfristig wird sich zeigen, ob der Sanierungskurs erfolgreich sein wird. Die Umsatzentwicklung kommt nicht richtig voran und die Eigenkapitalquote sinkt. Die Durststrecke ist noch nicht vorbei.   

RuMaS-Redaktion
Wie bewerten Sie die Verringerung der Stimmanteilsrechte der UBS bei der Heidelberger Druckmaschinen AG?

Claus-Peter Bohlmann
Die Schweizer sind schon clever. Sie haben die Kursrallye und die Kaufempfehlungen der Deutschen Bank und der Commerzbank dafür genutzt, um Kasse zu machen und sind jetzt nur noch mit einem Stimmrechtsanteil unter 3 Prozent dabei. Hohe Short-Positionen großer Hedge-Fonds zeigen, dass andere so ähnlich gehandelt hätten, wie die UBS. Immerhin liegt die Zahl der Aktien Leerverkäufe bei beeindruckenden ca. 7,5 Prozent der Aktien der Heidelberger Druckmaschinen AG.

Herr Bohlmann, vielen Dank für das Interview!

Claus-Peter Bohlmann ist seit mehreren Jahren Mitglied im RuMaS-Redaktionsteam. Als Marketingspezialist, Verkaufsleiter und Druckerei-Geschäftsführer kennt er die Druckbranche seit mehr als 40 Jahren und hat seine Qualifikation in vielen Jahren mit einer beeindruckenden Entwicklung seines Unternehmens unter Beweis gestellt. Seit seinem Ruhestand (oder besser Unruhestand) ist er als freiberuflicher Texter vorwiegend für Finanzportale tätig. Auch privat ist er aufmerksamer Beobachter der Finanzmärkte und erfolgreich an der Börse engagiert. Als soziales Engagement ist Herr Bohlmann ehrenamtlich als Webmaster und Texter für eine Stiftung beschäftigt, die das Ziel hat eine Behandlungskostenhilfe für schwerkranke Kinder zu leisten, für die es sonst keinen Kostenträger gibt: http://www.behandlungskostenhilfe.de/